Die Uplink-Community wächst und wächst. Zeit, euch unsere Mitglieder einmal persönlich vorzustellen. In unserer Interview-Reihe "Meet the Uplink Community" gehen wir darum mit einem unserer Mitglieder ins Gespräch und hören nach, was sie oder ihn zum Freelancer-Sein bewogen hat, welche Hürden im Freiberufler-Dasein zu überwinden sind und was abseits der Auftragsjobs sonst noch so los ist.

Diese Woche: Fullstack-Entwickler Sandor Farkas

Fullstack-Entwickler Sandor Farkas

Sandor, was hat dich dazu bewegt, dich selbstständig zu machen?

Die ersten acht Jahre meiner Selbstständigkeit war ich die meiste Zeit nur nebenberuflich selbstständig. In der Zeit habe ich es eher als Freizeitbeschäftigung gesehen, um ein paar Euro zusätzlich zu verdienen. Als ich dann das erste mal die Möglichkeit hatte, Vollzeit selbstständig zu sein, habe ich die Vorzüge einer Selbstständigkeit kennenlernen dürfen. Seit Anfang 2019 habe ich mich nun dazu entschieden, die Selbstständigkeit durchzuziehen.

Durch die vielen unterschiedlichen Projekte bekomme ich Einblicke in die verschiedensten Unternehmen, erweitere dadurch meinen Horizont nicht nur in der Programmierung, sondern auch in den Abläufen der unterschiedlichen Unternehmen und kann mir so immer auch etwas für meinen Erfolg abschauen bzw. die erlernten Kenntnisse in neue Projekte einbringen.

Besonders gefällt mir aber die Tatsache, dass ich selbst entscheiden kann, wie ich meinen Erfolg gestalten möchte und nicht durch bestimmte Umgebungsvariablen, die in einer Festanstellung meistens vorkommen, gebremst werde.

Mit welchen Kunden und Technologien arbeitest du am liebsten?

Technologisch habe ich mich primär auf die Backendentwicklung mit Hilfe des PHP-Frameworks Symfony spezialisiert. Am liebsten arbeite ich aber an Projekten, bei denen oft nur die Idee im Raum steht und ich die Möglichkeit habe, am Entstehungsprozess mitzuwirken.

Ich sehe mich demnach eher als Full-Stack-Webentwickler. Dabei kann ich meine organisatorischen Fähigkeiten einbringen, habe aber auch die Möglichkeit, kreativ zu sein, was die UI/UX betrifft. Bei solchen Projekten kommt man auch eher mit neuen Technologien in Berührung, wie in einem meiner letzten Projekte. Dort habe ich die Möglichkeit gehabt, mich mit der JavaScript-Bibliothek React auseinanderzusetzen. Bei solchen Projekten übernehme ich dann auch gern die Bereitstellung der Software über Cloud-Dienste, oder die vom Auftraggeber bereitgestellte Server-Infrastruktur.

Bei Kunden kommt es mir nicht unbedingt auf die Größe des Unternehmens an oder wie aktuell und fancy der Technologie-Stack ist. Viel wichtiger ist mir der persönliche Kontakt und die Zusammenarbeit im Allgemeinen. Ich möchte das Gefühl haben, dass ich dem Auftraggeber weiterhelfen kann und vor allem, dass die Chemie untereinander passt. Das war bereits bei großen Unternehmen der Fall, aber auch bei einem frisch gegründeten Startup.

Was sind für dich persönlich die Vorteile des Freelancens? Wo siehst du Schwierigkeiten?

Der größte Vorteil für mich ist die Eigenverantwortlichkeit. Ich kann selbst entscheiden, für wen ich wann und wie lange arbeiten möchte. Meinen Ehrgeiz kann ich nun zielgerichteter und in erster Linie für meine eigenen Ziele besser einsetzen. In Festanstellung kam es schonmal vor, dass mein Ehrgeiz durch die eigenen Interessen von Entscheidungsträgern gebremst wurde und so Unzufriedenheit in mir entstand. Solche Ereignisse lasse ich nun nicht mehr so sehr an mich heran, stehe aber mit meiner Erfahrung immer gern beratend zur Seite.

Schwierigkeiten sind die vielen Hürden, die man hauptsächlich am Anfang als Freelancer hat. In der Festanstellung ist das Thema Sozialversicherung für einen monatlich geregelt, nun müssen Steuern nachträglich gezahlt werden und man ist für sich selbst verantwortlich, was Rente und Versicherung betrifft. Ich denke das Thema Rente und Versicherung ist für Freelancer nicht optimal gelöst, da sollte man sich definitiv rechtzeitig Gedanken machen und sich idealerweise Hilfe holen von Leuten, denen man vertraut und die bereits zu dem Thema Erfahrungen gesammelt haben.

Nenne uns eine Sache, die man als erfolgreiche/r Freelancer/in unbedingt tun sollte!

Ein erfolgreicher Freelancer sollte vor allem dafür sorgen, dass er genügend Selbstdisziplin an den Tag legt. Das betrifft jeden Bereich der Selbstständigkeit. Man sollte demnach seine Finanzen im Griff haben, die Kundenakquise rechtzeitig und gewissenhaft vollziehen und sich beim Kunden immer von der besten Seite zeigen, auch wenn man mal einen weniger guten Tag hat. Durch ein positives Auftreten entstehen oft Folgeaufträge bzw. bleibt man den Kollegen positiv in Erinnerung und kann so sein Netzwerk erweitern.

Und eine Sache, die man auf gar keinen Fall tun sollte?

Man sollte sich nicht zu schnell von Leuten überreden lassen, die nur “das Beste” für einen wollen. Die Meinung von jemandem, der bereits dieselbe Situation durchlebt hat, ist dabei immer hilfreicher als nur auf denjenigen zu hören, der eigentlich nur an seinen eigenen Erfolg denkt oder selbst keine Erfahrungen in dem Bereich gesammelt hat.

Genauso problematisch ist es als Freelancer, wenn man sich im Projekt stur auf seine eigene Meinung verlässt und nicht offen für die Ideen anderer ist. Nur so kann man neue Dinge lernen und gemeinsam eine erfolgreiche Lösung erarbeiten.

Was war/ist dein schönstes Kundenprojekt? Was hat dabei besonders gut geklappt?

Das schönste Kundenprojekt war für mich eigentlich die Zeit in einem Startup, welches mittlerweile eine hohe zweistellige Millionensumme an Finanzierung erhalten hat. Wir haben damals meistens zu fünft im Wohnzimmer von einem der Gründer am ersten Prototypen gearbeitet. Die Zusammenarbeit war immer sehr freundschaftlich. Anfangs stand nur die grobe Idee fest, gemeinsam haben wir dann das Ergebnis in regelmäßigen Iterationen optimiert. Besonders gut fand ich, dass den Gründern die Meinung der Anwesenden immer wichtig war und sie sich frühzeitig Experten rangeholt haben, um ihre Idee zu verbessern. Man hat gemerkt, dass die Gründer einen festen und ehrgeizigen Plan verfolgen und über sehr viel Erfahrung verfügen.

Woran arbeitest du gerade neben deinen Auftragsjobs?

Ende September habe ich erst mein nebenberufliches Bachelorstudium der Wirtschaftsinformatik erfolgreich abgeschlossen. In der Zeit sind viele Sachen liegen geblieben, die ich derzeit noch abarbeite. Ich bin aber gerade dabei, einige meiner Ideen aus meinem Notizbuch zu verfeinern und vor allem zu validieren. Die Umsetzung einer eigenen Idee ist hoffentlich die nächste große Herausforderung für mich.

Danke für das Gespräch, lieber Sandor!


Hast du dich auch schon gefragt, wie man Sandors Namen richtig ausspricht? Dann hör mal hier! :)


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