Die Uplink-Community wächst und wächst. Zeit also, euch unsere Mitglieder einmal persönlich vorzustellen. In unserer neuen Interview-Reihe gehen wir darum ab sofort mit jeweils einem unserer Mitglieder ins Gespräch. Wir hören nach, was sie zum Freelancer-Dasein bewogen haben, welche Hürden sie überwunden haben und was abseits der Auftragsjobs sonst noch so los ist.

Dieses Mal heißt es "Vorhang auf für Florian Ritzel", React- und React-Native-Entwickler in Berlin.

Florian, was hat dich dazu bewegt, dich selbstständig zu machen?

Freiheit, Unabhängigkeit und das Geld.

Mit welchen Kunden und Technologien arbeitest du am liebsten?

Kunden: Da habe ich keine Vorlieben. Vielleicht eher Start-Up als Konzern. Gerne Greenfield-Projekte. Technologien: React Native, React.

Was sind für dich persönlich die Vorteile des Freelancens? Wo siehst du Schwierigkeiten?

Der Vorteil des Freelancens ist für mich, das ich mein eigener Boss bin. Klar, habe ich Kunden, aber die kann ich mir aussuchen. Und die Projekte sind auch zeitlich begrenzt. Ich brauche mir keine Gedanken über Urlaubsanträge zu machen. Meine Arbeit wird besser bezahlt als in der Festanstellung. Dafür habe ich auch mehr Verantwortung. Sowohl mir selbst, als auch dem Kunden gegenüber. Das zählt für mich aber auch als Vorteil.

Die Freelancer-feindliche Politik unserer Regierung sehe ich momentan als das größte Problem. Sie verunsichert Kunden und sorgt für Braindrain ins Ausland bzw. Outsourcing.

Eine Sache, die man als erfolgreiche/r Freelancer/in unbedingt tun sollte!

Früh und kontinuierlich ein Netzwerk zur Kundenakquise aufbauen. Ja klar, man ist mit diesem einen fetten Projekt in die Selbstständigkeit gegangen, weil man den Sohn vom CEO kennt und man bekam dann vielleicht auch ein bis zwei Folgeaufträge. Aber die fetten Jahre sind auch ganz schnell wieder vorbei. Und wenn man nicht dem Wohlwollen der Recruiter ausgesetzt sein will (no offense), dann baut man sich lieber einen Kundenstamm auf, aus dem entweder von ganz allein Anfragen kommen, oder dem man bei Bedarf seine Verfügbarkeit kommunizieren kann.

Und eine Sache, die man auf gar keinen Fall tun sollte?

Es sich mit dem Finanzamt verscherzen.

Was war oder ist dein schönstes Kundenprojekt? Was hat dabei besonders gut geklappt?

Was ich für Omio gemacht habe, war technisch anspruchsvoll und darauf bin ich stolz. Aber bei meinem aktuellen Projekt gibt es eine wirklich gute Team-Chemie und wir arbeiten sehr motiviert auf grüner Wiese. Das fühlt sich bis jetzt am schönsten an, oder sagen wir am angenehmsten.

Woran arbeitest du gerade neben deinen Auftragsjobs?

An einem Produkt für den Bereich Personalwesen. Schreibt mir an florian@ritzel.me, wenn ihr mehr wissen wollt.

Vom Freiberufler zur GmbH - eine Option für dich? Wenn ja, warum und wie stellst du das an?

Irgendwann ist das Ende der Fahnenstange beim Tagessatz erreicht. Wenn man sich nicht tot arbeiten will, muss man Wegen finden, zu skalieren. Der Schritt vom Freiberufler zur GmbH kann dann Sinn machen. In dem Fall bedeutet “skalieren”, Mitarbeiter einzustellen, um größere Projekte annehmen zu können oder ein eigenes Produkt zu vertreiben, zum Beispiel eine selbstentwickelte App.

Projekte nach Aufwand bzw. pro Stunde abzurechnen ist für viele zukunftsweisende Geister schon länger nicht mehr zeitgemäß. Wie siehst du das? Hast du ein Alternativmodell? Und wie kriegt man Kunden dazu, vom Stundensatzmodell abzurücken?

Ich denke, dass der Schritt vom Stundensatz weg ein wichtige Maßnahme ist, um als Freelancer über den Tagessatz hinaus zu skalieren. Es gibt dazu viele Ansätze. Einer kann darin bestehen, Stundenpakete zu verkaufen. Wird die Arbeit schneller erledigt als geplant, hat man ein nettes Plus gemacht.

Ein weiterer Ansatz ist das Verpacken von Tätigkeiten in Produkte. Diese Tätigkeiten sind prozessoptimiert und vielleicht sogar automatisiert ausführbar und können so losgelöst werden vom eigentlich Zeitaufwand. Der Kunde bezahlt den Mehrwert und nicht die Arbeitszeit. Ein klassisches Beispiel ist der Zweizeiler vom Anwalt für 380 Euro. Ein IT-nahes Beispiel: Man hält eine white-label App Lösung für einen bestimmten Kundenkreis bereit und passt sie nur noch in einzelnen Details an, die den einen Kunden vom anderen unterscheiden. Bezahlt wird nicht der eventuell geringe Anpassungsaufwand, sondern “die App”.

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